Sjeord_von_Langfeld_Vorderseite_800.jpg



                                              
SJOERD VAN LANKVELD
Play Human


Ausstellung vom 24.07.2010 – 20.08.2010
Vernissage: 23.07.2010 um 19.00 Uhr
 

After show party ab 22.00 Uhr


Die Galerie Torstrasse 161 freut sich mit einer großen Einzelpräsentation den niederländischen Maler Sjoerd
van Lankveld (geb. 1977) in den neu renovierten Berliner Galerieräumen zeigen zu dürfen.
Unter dem Titel „Play Human“ präsentiert der Maler figurativ und zugleich surreal angelegte Gemälde. Auf
ihnen tummeln sich rein aus seiner Vorstellungskraft geschaffene, fremdartige, groteske aber stets
menschenähnliche Wesen vor farbenstarken Landschaften und Räumen. Van Lankveld erschafft dabei
bühnenhafte Bilder, die er in symbolistische Spielfelder voller phantastischer Akteure verwandelt.
Der Aspekt des Spielerischen ist dabei ein elementarer Bestandteil seines Arbeitsprinzips. Das Ziel dieser
Vorgehensweise besteht darin, im Betrachter ein Wachstum an Vorstellungskraft zu generieren. Dafür
unterwirft sich van Lankveld selbst keinen darstellerischen Grenzen. Motivisch erfindet er alle möglichen
Arten an Kreaturen und kombiniert diese als spannende und hybride Wesen zwischen Mensch und Tier. In
technischer Hinsicht exerziert er die Eigenheiten der verschiedenen Maltechniken spielerisch durch, indem
er schnell trocknende Temperafarben benutzt und diese mit satteren, glänzenderen Ölfarbschichten
übermalt, die wiederum auch mit Terpentin gelöst sein können. Voller Experimentierfreude arrangiert van
Lankveld Farbtransparenzen, Kompositionen, Farben und Formen und kreiert damit eine ganz eigene,
variationsreiche Motivwelt.
Eine besondere Funktion hat der Prozess des Betrachtens und Zuschauens in seinen oftmals kulissenhaften
Bildern. Sowohl Night Bar (2010) wie auch Free tickets for the sun (2001) beinhalten Figuren, welche die
dargestellte Situation im Bild auch selbst betrachten und folglich nicht nur eine Doppelung des
Betrachterblickes mit sich bringen, sondern der Szene auch eine Theatralik im Sinne des Vorspielens
verleihen. In Night Bar z.B. betrachten maskierte Kellner stumm die scharf illuminierte Szene im
Vordergrund. Dort erhält in der Bildmitte eine grünlich-elfenhaft wirkende Frau Geld von einem Mann mit
Hut, während um sie herum einige maskierte Figuren Getränke zu sich nehmen oder mit einem auf dem
Tresen hockenden Hund sprechen. Intimität mischt sich hier mit verschlüsselten Gesten. Der Betrachter wird
zusammen mit den Barmännern Zeuge eines Spiels, das „Play human“ heißt. Mensch zu sein bedeutet, sich
auch als Mensch zu verhalten, sich menschlich zu geben und von Menschen aufgesetzten Regeln zu folgen.
Diese Handlungs- und Darstellungsmechanismen untersucht van Lankveld, indem er seine Beobachtungen
satirisch überzeichnet, Maskeraden vorführt, Tische motivisch als großflächige Präsentationsbühnen einbaut
und hauptsächlich durch die fremdartig und zugleich menschlich wirkenden Figuren eine eigene fiktive Welt
erschafft, die sich vom Betrachter als eigenständige distanziert und im selben Zug diesem in ihrer
Metaphorik die Betrachtung und das Wiedererkennen von Handlungsmustern ermöglicht.
Nachdem traumähnliche, aber doch streng menschlich-figurative Malerei en vogue war, eröffnet Sjoerd van
Lankveld dieser Kunst wieder eine erfrischendere und offenere Perspektive, indem er sie weiter ins
Fremdartige und Phantastische führt und immer wieder von seinem produktiven Schaffensdrang angetrieben
neue Darstellungsformen erforscht und kreiert. Der Künstler lebt und arbeitet in Eindhoven.


Für weitere Informationen, Interviewanfragen und Bildmaterial wenden Sie sich bitte an Vivienne Micallef:
vivienne.micallef@torstrasse161.de



                                                                                                                          - Startseite -